Luis Stabauer

Kultur liegt vor, wo geteilte Lebenspraxis besteht –
(frei nach Wittgenstein)

Sind geteilte Lebenspraxis und Gewohnheiten Geschwister?

Gewohnheiten sind permanenter dynamischer Veränderung unterworfen, sie können uneinheitlich und widersprüchlich sein.
Von Mitgliedern der Gruppe müssen sie weder besonders verinnerlicht oder gar explizit für gut befunden, noch selbst übernommen oder praktiziert werden. Um Kultur zu leben genügt es, dass die Gewohnheiten Menschen, die mit einander zu tun haben, bekannt oder vertraut sind.

Im Gegensatz zu individuellen Eigenheiten beziehen sich kulturelle Gewohnheiten immer auf das Zusammensein im Sinne von Gemeinschaften. Kultur beginnt dort, wo Menschen interagieren, sie endet bei der egozentrischen Lebenspraxis und Gewohnheit des Einzelnen.

Reflexionen über kulturelle Gewohnheiten sind Ausgangspunkt und Endpunkt (hoffentlich) aller Kulturabeit. Die Bewertung, wann diese Arbeit Kunstarbeit wird bleibt undefiniert, ist geteilte, betrachtende und gestaltende Lebenspraxis.